Können Pestizide zu ADHS führen?

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Pesitzide sind in den letzten Jahren immer weiter in Verruf geraten. Manche Pesitzide gelten als krebserregend, andere beeinträchtigen das Immunsystem oder wirken allergen! Aber was ist der Zusammenhang von Pestizide und ADHS? Können Pestizide die Ursache für das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom darstellen?

Pestizide – eine potenzielle Ursache für ADHS

Pflanzenschutzmittel haben es uns ermöglicht so viele Lebensmittel zu produzieren wie nie zuvor und eine Landwirtschaft ohne ihnen ist heutzutage leider kaum vorstellbar!

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Führen Pestizide zu ADHS?

Pestitzide können unerwünschte Pilze & Pflanzen abtöten! Viele Pestizide wirken außerdem neurotoxisch auf Insekten und andere Tiere! Bei Insekten reichen bereits minimale Mengen an Pestizide um sie umzubringen!

Wie ist das aber beim Menschen? Wenn Pestizide die Funktion der Organe von Insekten beeinträchtigen können, können Sie dann auch unseren Körper schaden?

Ja, denn nicht umsonst gibt es sehr strenge Richtlinien für die Anwendung von Pestizide – zumindest in der westlichen Welt!

Trotz der strengen Richtlinien sind wir tagtäglich aus der Nahrung mit Pestiziden konfrontiert. Nahezu niemand hat keine Umweltgifte wie diese im Körper!

Mindestens 5% der Kinder und Jugendliche weltweit leiden unter dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom. Bei bis zu 50% der Betroffenen bleibt die Erkrankung sogar noch im Erwachsenenalter bestehen. In Frage kommen eine Summe von Ursachen! Pesitzide sind eine davon!

So sah man in einer Studie der Harvard University, veröffentlicht im Fachjournal „American Academy of Pediatrics“ tatsächlich einen Zusammenhang zwischen ADHS und der Pestizidbelastung!

Organophosphate führen zum Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom

Pestizide – die Ursache für ADHS!

Organophosphate bezeichnen eine Gruppe von Pestiziden (Insektizide) mit einer neurotoxischen Wirkung. Sie beeinflussen das Enzym Acetylcholinesterase, welches ein sehr wichtiges Enzym im zentralen Nervensystem ist und den Neurotransmitter Acetylcholin abbaut.

Organophosphate machen heutzutage rund 50% der tötenden Wirkstoffe aus chemischen Pestiziden aus! Aus Studien weiß man, dass ein längerfristiger Kontakt mit Organophosphate zu gesundheitlichen Problemen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Atemwegserkrankungen führen kann! Besonders bei schwangere Frauen kann es zudem zu Veränderungen im Verhalten und Aufbau des Gehirns vom Baby kommen. Wie eine neue Studie nun zeigt können diese Art von Pestizide sogar zu ADHS führen!

Umso mehr Pestizide, desto eher ADHS!

In einer Studie mit insgesamt 119 Kinder aus der US-Bevölkerung sah man, dass Personen mit einer höheren Konzentration bestimmter Zwischenprodukte von Organophopshate bei einer Harnuntersuchung, deutlich wahrscheinlicher die Diagnose „ADHS“ bekamen. Umso höher dieser Gehalt an Zwischenprodukte im Urin war, desto höher war auch die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind die Diagnose „ADHS“ erhielt!

Pestizide – die Ursache für ADHS?

Andere Ursachen für dieses Ergebnis wie Geschlecht, Alter, Ethnizität, Armutsverhältnis und weitere Faktoren wurden ausgeschlossen!

Kinder sind ganz allgemein anfällig für eine Vergiftung mit Organophopshate, denn während der Hirnentwicklung ist die Anfälligkeit für neurotoxische Chemikalien stark erhöht.

Die Wissenschaftler schreiben schlussfolgernd:

Unsere Ergebnisse stützen die Hypothese, dass die Belastung durch OP-Pestizide zur Belastung der Kinder mit ADHS beitragen könnte. (frei übersetzt, Referenz 1)

Aber nicht nur in dieser Studie sah man, dass Pestizide zu ADHs führen könnten! Tatsächlich gibt es auch Tierstudien laut denen eine Exposition gegenüber Organophopshate-Verbindungen Hyperaktivität und kognitive Defizite verursachen!

Pestizide wie Organophosphate erhöhen außerdem nicht nur das Risiko für ADHS. Wenn das Kind vor der Geburt mit Organophosphate konfrontiert wird, so sind Verzögerungen der Gehirnentwicklung eine häufige Folge. Wird das Kind nach der Geburt mit Ihnen konfrontiert, so sind Verhaltensprobleme, schlechtes Kurzzeitgedächtnis, lange Reaktionszeiten und eine Beeinträchtigung von motorischen Fähigkeiten ein häufiges Problem.

Pestizidbelastung begrenzen mit diesen 4 Tipps

Organophosphate gehören zu den am weit verbreitetsten Pestiziden überhaupt! Besonders nehmen wir diese Pestizide über unsere tägliche Ernährung auf. Aber auch zahlreiche Gewässer sind mit Organophasphate kontaminiert, weshalb sich die Pestizide regelmäßig auch im Trinkwasser befinden! Egal ob Leitungswasser oder Mineralwasser! Komplett aus dem Weg gehen kann man Pestizide nicht!

Wer aber die potenzielle Entstehung von ADHS durch Pestizide vorbeugen möchte, kann mit folgenden Tipps die Pestizidbelastung in der Ernährung minimieren!

1-Pestizidreiche Lebensmittel minimieren

Achtung! Einige Obst- und Gemüsesorten haben höhere Pestizidbelastungen als andere!

Aus einem Bericht vom „U.S. Pesticide Residue Program’s“ geht hervor, dass besonders Erdbeeren, Sellerie und gefrorene Blaubeeren von einer Belastung der Organophosphate betroffen sind!

Aber auch andere Lebensmittel wie Äpfel, Trauben, Spinat, Kohl oder Kirschen neigen zu einer hohen Pestizidbelastung und sollten daher in Bio-Qualität gekauft werden!

Laut dem deutschen Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sind außerdem Johannisbeeren, Wilde Pilze, Kräuter, Mangos, Grapefruit und Paprika reich an Pestizide während Karotten, Kohlrabi, Mandarinen, Lauch und Rhababer in der Regel eine niedrige Belastung haben! Den vollen Bericht dazu können Sie hier lesen!

Achten Sie gerade bei Lebensmittel mit hoher Pestizidbelastung auf bessere Qualität!

2-Bio bevorzugen

Bio Produkte sind meistens geringer belastet – aber auch nicht immer! Denn Altlasten aus dem Boden und Pestizide von naheliegenden Feldern lassen machmal selbst Bio-Produkte reich an Pestizide werden!

Auch wenn es Ausnahmen gibt sind Bio-Produkte in der Regel dennoch deutlich geringer mit Schadstoffen wie Pestizide belastet als konventionelle Produkte!

Wer also bereit ist die kleinen Mehrkosten in Kauf zu nehmen, sollte definitiv zu Bio-Produkten greifen. Oder noch besser: sein eigenes Obst & Gemüse anbauen!

3-Lokal, Regional, Saisonal

Wer lokale bzw. regionale Produkte kauft kann ebenfalls die Belastung mit Pestizide minimieren. Denn kommen Produkte nicht aus dem eigenen Land, so sind die Belastungen mit Pestizide oft weit höher! In anderen Ländern sind Grenzwerte für Pestizide schließlich häufig höher gesetzt als im deutschsprachigen Raum und die Kontrollen sind weniger streng! Außerdem sollte man stets saisonal einkaufen. Sind Obst & Gemüse aus dem Einkaufswagen nicht in der Saison, so stammen Sie häufig aus fremden Ländern, wo andere Richtlinien gelten!

4-Sorgfältig waschen

Wer sein Gemüse & Obst sorgfältig wäscht, hat in der Regel nicht allzu viel zu befürchten! Häufig wird auch schälen empfohlen, denn der Großteil der Schadstoffe befindet sich auf der Schale!

Gleichzeitig befinden sich in der Schale aber auch die meisten Nährstoffe! Wer seinen Apfel also sorgfältig wäscht und auf gute Bio-Qualität achtet, braucht diesen auch nicht zu schälen!

Um Obst & Gemüse sorgfältig zu waschen sollten Sie dieses mit warmen Wasser ordentlich abspülen und anschließend mit einem Küchentuch trocknen! Durch das warme Wasser und das abputzen mit einem Küchentuch kann bereits ein Großteil der Pestizidbelastung minimiert werden! Vermeide aber unbedingt Geschirrspülmittel zur Reinigung von Obst & Gemüse, denn Reste davon sind ebenfalls alles andere als gesund!

Fazit

Die Häufigkeit von ADHS stieg in dem letzten Jahrhundert sehr stark an. Die Ursachen sind bis heute nicht vollständig geklärt! Wie wir in dieser Studie aber sehen können, sind Schadstoffe wie Pestizide eine potenzielle Ursache für ADHS!

Genauso gibt es aber auch weitere Ursachen und Risikofaktoren wie etwa Umweltgifte, genetische Faktoren, Alkohol in der Schwangerschaft, Tabak in der Schwangerschaft, Frühgeburten und Infektionen.

Außerdem gibt es Hinweise, dass ADHS mit einer schlechten Ernährung mit zu viel Omega 6 und Omega 3 im Zusammenhang stehen kann und auch manche künstliche Farbstoffe und Konservierungsmittel aus Lebensmittel werden mit einem erhöhten Risiko für ADHS assoziiert!

Anders als häufig gedacht gibt es aber keine Hinweise, dass ADHS mit zu viel Fernsehen im Zusammenhang stehen kann! Wenn Sie sich weiter über Themen wie ADHS, Depression, Brainfoods & Co informieren wollen, könnte Sie noch folgende Beiträge interessieren:

Was ist Ihre Meinung zu Pestizide und die Auswirkungen dieser auf Kinder mit ADHS? Hinterlassen Sie dazu doch gerne ein Kommentar!


Referenzen:
  1. Bouchard MF, Bellinger DC, Wright RO, Weisskopf MG. Attention-deficit/hyperactivity disorder and urinary metabolites of organophosphate pesticides. Pediatrics. 2010;125(6):e1270–e1277. doi:10.1542/peds.2009-3058
  2. Wikipedia contributors. (2019, July 22). Organophosphate. In Wikipedia, The Free Encyclopedia. Retrieved 08:27, July 28, 2019, from https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Organophosphate&oldid=907363454
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