Ist Zucker gut für das Gehirn? 8 Gründe, warum uns Zucker dumm macht!

Grafik: Ist Zucker für das Gehirn

„Traubenzucker ist gut für die Konzentration.“ „Schokolade hilft beim Lernen. „Solche und ähnliche Mythen hört man ständig. Ist das aber richtig? Ist Zucker gut für das Gehirn oder sogar schädlich?

Hier kommen Sie direkt zum Abschnitt: Ist Zucker gut für das Gehirn?

Was ist Zucker?

Macht Zucker das Gehirn krank?

Bevor wir darüber sprechen, wie gut Zucker eigentlich für das Gehirn ist, ist es wichtig erstmal zu wissen, was Zucker eigentlich ist!

Zucker ist nichts anderes als ein Kohlenhydrat. Dabei unterscheidet man:

  • Einfachzucker (Monosaccharide)
  • Zweifachzucker (Disaccharide)
  • Mehrfachzucker (Polysaccharide)

Der klassische Haushaltszucker ist ein Disaccharid, also ein Zweifachzucker. Der Zweifachzucker Haushaltszucker besteht wiederum aus zwei Einfachzucker: Fructose & Glucose!

Nahezu jede Pflanze bildet Zucker natürlicherweise bei der Photosynthese. Besonders reich sind allerdings Zuckerrohr und -rübe.

Während des Herstellungsprozesses von Zucker gehen gesunde Inhaltsstoffe dieser Pflanzen wie Mineralstoffe, Vitamine, sekundäre Pflanzenstoffe, Balaststoffe und Wasser verloren. Übrig bleibt der weiße Zucker, wie wir ihn kennen.

Zucker führt zu Krankheiten
Zucker hat nicht mehr den Ruf, wie es viel früher einmal war. Ganz im Gegenteil. Heute wird  Zucker mit verschiedensten Erkrankungen wie Übergewicht, Diabetes, Karies sowie Gefäßerkrankungen und Krebs assoziiert. Auch für das Gehirn ist Zucker nicht gut!

Deshalb ist Zucker nicht gut für das Gehirn

Unser Gehirn verbraucht mehr Energie als jedes andere Organ. Auch wenn das Gehirn nicht auf Kohlenhydrate aus der Nahrung angewiesen ist (näheres siehe unten), so ist Glukose bzw. Traubenzucker heutzutage die primäre Kraftstoffquelle unseres Gehirns.

Grafik: Ist Zucker gut für das Gehirn

Ist Zucker gut für das Gehirn?

Aber wir essen heute deutlich mehr Zucker als empfohlen wird. So konsumieren Engländer das Doppelte der Empfehlung und Amerikaner durchschnittlich das Dreifache. Im deutschsprachigen Raum ist der Zuckerkonsum ebenfalls deutlich zu hoch.

Aber was passiert, wenn das Gehirn einem Übermaß an Zucker ausgesetzt ist?

1-Zucker verursacht Depression

Lange Zeit untersuchte man die Auswirkungen von Depression auf die Essgewohnheiten. Mittlerweile arbeiten Wissenschaftler umgekehrt. Nun werden die Auswirkungen unserer täglichen Ernährung z.B. unseres Zuckerkonsum auf das Depressionsrisiko untersucht.

So fand man, dass der Konsum von zuckerhaltigen Getränken, raffinierte Lebensmittel und Mehlspeisen mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Depression einhergehen. [1, 3]

Studien zu Depression

In der ersten wichtigen Studie fand man heraus, dass ein höherer Zuckerkonsum mit einem höheren Depression-Risiko in Verbindung steht. Hier spielt speziell der glykämische Index und der Konsum raffinierter Kohlenhydrate wie Zucker und Weißmehl eine zentrale Rolle.

Beim glykämischen Index geht es darum, wie schnell ein Lebensmittel den Blutzucker ansteigen lässt. Einen besonders hohen glykämischen Index haben Lebensmittel wie Cornflakes, Weizenbrötchen, Baguette und Traubenzucker. Der Haushaltszucker hat einen etwas geringen glykämischen Index, da er zur Hälfte aus Fructose besteht.

Führt Zucker und Weißmehl zur Depression?

In einer weiteren Studie stellte man außerdem fest, dass ein hoher Konsum fettreicher Lebensmittel angstlindernd wirkt, während ein hoher Konsum an Zucker Angst fördert. [2] (bei Mäuse)

Aus einer anderen Studie, weiß man auch, dass speziell ein hoher Konsum an Fructose (Fruchtzucker) Depression und Angst zu begünstigen scheint.[8]

Mögliche Ursachen

Die Ursache für eine Verbindung von Zucker zu Depression ist noch relativ unklar. Mögliche Ursachen währen zum Beispiel zu wenig BDNF (Brain derived neurotrophic factor ). So fand man in einer Studie, dass der Konsum von zuckerreichen Lebensmittel kombiniert mit fettreichen Lebensmitteln zu einer Verringerung von BDNF und damit womöglich zu Depression führt. [4]

Eine weitere wichtige Ursache ist die Bildung von Serotonin, die zum Großteil in unserem Darm stattfindet. Bei einem zu hohen Zuckerkonsum kann die Darmtätigkeit beeinträchtigt und dementsprechend auch die Produktion von Serotonin beeinflusst werden.

Weitere Ursachen währen eine Überzuckerng bzw. Hypoglykämie, die schließlich unsere Hormone und Stimmung beeinflussen kann oder auch erhöhte Entzündungswerte durch falsche Ernährung bei Depression. [4]

Blutzuckermessgerät

Zucker Messgerät

2-Zucker, Diabetes und Demenz

Das Zucker für das Gehirn nicht allzu gut ist dürfte ja jetzt bereits klar sein. Was ist aber mit Demenz? Besteht ein Zusammenhang zwischen der altersbedingten Gehirnerkrankung und der „Zuckerkrankheit“?

Die Ergebnisse einer Studie lassen das vermuten. So fand man in einer Studie an Menschen mit Diabetes ein doppelt so hohes Demenz-Risiko verglichen mit der Kontrollgruppe ohne Diabetes. [13]

Auch bei Menschen, die zwar kein Diabetes hatten, Zucker aber dennoch nicht gut vertrugen, war das Demenz-Risiko signifikant erhöht. [13]

3-Zucker und das Gedächtnis

Es ist bekannt, dass Diabetes zu einer Verschlechterung des Gedächtnis führen kann. Aber nicht nur Diabetiker sind davon betroffen. Auch gesunde Menschen mit einem hohen Blutzucker scheinen eine verringerte Gedächtnisleistung und ein geringeres Hippocampus-Volumen zu haben.

In einer deutschen Studie analysierten Wissenschaftler 141 Menschen mit einem Durchschnittsalter von 63 Jahren, die weder Diabetes noch Prädiabetes (Vorstufe) hatten. Übergewichtige und Alkoholiker wurden bei der Studie ausgeschlossen.

Blutzuckerspiegel und Lernen

Niedriger Blutzuckerspiegel wird mit einer besseren Lernfähigkeit assoziiert

Die Teilnehmer mussten Blutzuckertest sowie Gedächtnistest und Gehirnscans durchführen. Während die Teilnehmer verschiedene Wörter hörten, mussten Sie sich versuchen möglichst viele zu merken.

Die Teilnehmer mit dem niedrigsten Blutzuckerspiegel hatten das beste Gedächtnis, die beste Lernfähigkeit und merkten sich dementsprechend am meisten Wörter.

Die Ergebnisse können bis zu einem gewissen Grad auf ein höheres Hippocampusvolumen bei Menschen mit niedrigen Blutzucker zurückzuführen sein. [15]

Zucker und kognitive Leistung

Auch in weiteren Studien fand man bei Ratten, dass regelmäßiger Saccharosekonsum die Neurogenese des Hippocampus bei Erwachsenen beeinflussen und das Risiko für Hippocampus abhängige Gedächtnisdefizite erhöhen kann. Auch das räumliche Erkennungsgedächtnis wird beeinträchtigt. [17]

In einer anderen Studie an 5189 Teilnehmer fand man bei einer Erhöhung des Blutzuckers um 1mmol (18,0182 mg) einen deutlichen Rückgang der kognitiven Leistung, des Gedächtnis und weiterer neuropsychologische Funktionen. [12]

4-Zucker und Reaktionsgeschwindigkeit

Zu viel Traubenzucker im Blutkreislauf kann für das Gehirn schädlich sein und zu einer Verlangsamung kognitiver Funktionen und schlechterer Aufmerksamkeit führen.

Im letzten Beitrag haben wir die wichtige Rolle des Hippocampus für ein gesundes Gedächtnis besprochen. In einer Studie wurden die Auswirkungen von Fruchtzucker auf den Hippocampus bei Ratten untersucht.

Dazu wurde eine Gruppe mit einer 60% Fructose-Diät und eine Kontrollgruppe mit einer 0% Fructose Diät gefüttert. Die Gruppe die mit einer fructosereichen Ernährung gefüttert wurde, zeigte anschließend deutlich längere Reaktionszeiten in Untersuchung.

Zurückzuführen ist dies unter anderem auf höhere Tryglicerid-Werte, die durch Fructosekonsum entstehen können. [7]

5-Zucker verursacht psychische Probleme

Zucker ist nicht gut für das Gehirn. Das wissen wir mittlerweile. Kann eine erhöhte Zuckerzufuhr aber sogar zu psychischen Problemen führen. Die Antwort heißt wahrscheinlich: Ja.

Wenn Menschen in frühen Lebensjahren viel Stress ausgesetzt sind, so hat das einen langfristigen Effekt auf den Hippocampus. Das ist nicht unbedingt neu. Aber wussten Sie, dass der chronische Konsum von Zucker dieselben negativen Auswirkungen auf den Hippocampus in unserem Gehirn hat, wie viel Stress bzw. Traumen in den Kindesjahren? [17]

Ist Zucker für das Gehirn schädlich?

Zucker und psychische Störungen

Die Glukokortikoid-Rezeptoren (GR) in unserem Körper können ein Zeichen für psychische Störungen sein. Interessanterweise wird GR, aber nicht nur durch extremen Lebensstress und Traumen reduziert, sondern in ähnlichem Maße auch durch den Konsum von Saccharose (Haushaltszucker).

Ein hoher GR Spiegel wird zum Beispiel mit weniger Angst assoziiert. Wenig GR findet man bei Personen mit Depression und Selbstmordgedanken.

In der erwähnten Studie fand man neben möglichen Auswirkungen des Zuckerkonsums auf psychische Störungen, auch eine mögliche Beeinträchtigung der Gehirnentwicklung bei Babys durch einen übermäßigen Konsum von Haushaltszucker. [17]

Des Weiteren fand man in Studien eine Verbindung von einem erhöhten Zuckerkonsum und Schizophrenie [18] und häufigere Stimmungsstörungen bei Männer. [4]

Eine weitere Studie ergab, dass Typ-2-Diabetiker während einer akuten Überzuckerung verstärkte Angst und depressive Gefühle erleben.

6-Zucker und Schlaflosigkeit

Am Abend noch eine Tafel Schokolade? Anschließend Schlaflosigkeit? Kein Wunder! Zucker und die Verbindung zu Schlaflosigkeit:

Beim Konsum von Kohlenhydrate, speziell von einfachen Kohlenhydraten mit einem hohen glykämischen Index (z.B. Zucker) erhalten Sie regelrecht einen Energieschub und Ihr Blutzucker steigt.

Ein Blutzuckerhoch kann uns dabei hindern einzuschlafen. In Studien verbindet man daher, einen höherer Zuckerkonsum mit schlechteren Schlaf. [19, 20] Hingegen wird eine mediterrane Diät mit einer besseren Schlafqualität in Verbindung gebracht. (zumindest langfristig). [21]

Diese wiederum zeichnet sich durch:

  • viel Omega-3-reichen Fisch (wie Lachs)
  • Gemüse
  • viel Milchprodukte
  • ausschließlich Vollkorngetreide
  • viel Olivenöl
  • ab und zu Geflügel, Eier, Nüsse
  • 1-2 x im Monat rotes Fleisch
  • regelmäßigen Rotweingenuss

aus. Gleichzeitig wird bei der Mediterranen Diät bevorzugt frisch gekocht und auf Fertignahrungsmittel (Convenience-Produkte) möglichst verzichtet.

7-Lässt Zucker das Gehirn schrumpfen?

Wir wissen, dass Zucker nicht gut für das Gehirn ist, aber wussten Sie das das Gehirn durch Zuckerkonsum regelrecht schrumpfen kann. Klingt komisch-ist aber wahr!

Gehirn

Lässt Zucker das Gehirn schrumpfen?

Wir wissen bereits seit geraumer Zeit, dass Typ-2 Diabetes neben kognitiven Beeinträchtigungen und Demenz auch mit einem Verlust von Gehirnsubstanz (Hirnatrophie) einhergehen kann.

In einer Studie an 266 gesunden Personen im Alter von 60-64 Jahren konnte man bereits bei einem nur leicht erhöhten Blutzuckerspiegel (über 110 mg) mit einer 6-10 Prozentigen Reduktion im Hippocampus und Amygdala Volumen rechnen [24].

In einer weiteren Studie vom „Journal of the Alzheimer’s Association“ fand man, dass eine höhere Aufnahme von zuckerhaltigen Getränken wie Soft-Drinks mit einem geringeren Hirnvolumen und gleichzeitig mit einer schlechteren Leistung des episodischen Gedächtnis assoziiert wird. Ähnliche Ergebnisse gab es sogar bei einem häufigen Konsum von Fruchtsäften. [25]

Es gibt also Studien dazu, dass der Konsum von Zucker mit einem geringeren Gehirnvolumen assoziiert wird. Allerdings sollte man dabei immer im Hinterkopf beachten, dass ein geringeres Gehirnvolumen nicht immer zwingend über Intelligenz, Konzentration oder Gedächtnis entscheidet.

8-Zucker macht süchtig

Mittlerweile wissen wir bereits, dass Zucker nicht unbedingt gut für das Gehirn ist. Aber wussten Sie, dass Zucker ähnliche Wirkungen auf unser Gehirn haben kann, wie manche Drogen?

JA! Zucker hat in unserem Belohnungszentrum im Gehirn eine drogenähnliche Wirkung. Zucker macht süchtig und beeinflusst unsere Selbstkontrolle. Kleine Mengen Zucker können ein Verlangen nach immer mehr hervorrufen.

Der Zweck hinter diesem Körper-Mechanismus ist eigentlich wirklich sinnvoll. Beim frühen Menschen gab es schließlich nur sehr wenig zuckerhaltige Lebensmittel. Gab es aber einmal natürliche zuckerhaltige Lebensmittel wie Obst, so versucht der Körper natürlich möglichst viel davon zu bekommen um den enthaltenen Zucker in Form von Fett zu lagern und auch in Notsituationen versorgt zu sein. Heutzutage führt dieser Trieb allerdings zu Fettleibigkeit und Diabetes.

Macht Zucker süchtig?

Macht Zucker so süchtig wie Rauchen und Alkohol?

In einer Studie wurden die Auswirkungen von Lebensmittel mit hohem glykämischen Index vs. niedrigen glykämischen Index untersucht. Die Wissenschaftler fanden eine deutlich höhere Aktivität von Gehirnregionen, die mit Gelüste, Belohnung und allgemeinen Essverhalten assoziiert wurden bei der Gruppe, die Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index erhielten. Die Gruppe, die Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index verzehrte hatte außerdem mehr Hungergefühle. [9]

Ein Teufelskreislauf
Du konsumierst also zuckerreiche Lebensmittel, aktivierst dein Belohnungszentrum im Gehirn und wirst dadurch dazu gebracht noch mehr Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index zu verehren. Der Kreislauf der Zuckersucht beginnt von vorne.

Zucker verursacht Entzugssymptome

So wie bei Drogensucht, Alkoholsucht oder Nikotinsucht erlebt man sogar durch Zuckerentzug Entzugssymptome. Zumindest in einer Studie an Ratten verursachte ein Zuckerentzug Symptome wie z.B. Zähneklappern und wurde mit dem Entzug von Morphium verglichen. [10]

Zucker ist eine Substanz, die Opioide und Dopamin freisetzen und somit süchtig wirken kann. Sie führt zu neurochmeischen Veränderungen in unserem Gehirn. (Veränderung von Dopamin- und Opioidrezptorbindungen, RNA-Expression, Acetylcholinfreisetzung)[11]

Weitere Infos über Zucker

Jetzt wissen Sie, dass Zucker für das Gehirn in der Regel nicht gut ist. Nein! Zucker ist für das Gehirn sogar sehr schädlich.

Brauchen wir aber eigentlich Zucker bzw. Kohlenhydrate zum Überleben? Was für Symptome können durch den Zuckerverzehr entstehen und womit lässt sich Zucker ersetzen? Finden Sie es hier heraus!

Fakt am Rande
Wussten Sie, dass sich Zucker im Mittelalter nur die Reichsten der Reichsten leisten konnten? Man sagt ein Kilogramm Zucker kostete damals den Wert von zwei Rinder!

Weitere Symptome durch Zucker

Das Zucker weder gut für das Gehirn noch für unser Bauchvolumen ist, wissen wir. Kann Zucker aber auch noch an weiteren Symptomatiken, Problemen, Störungen bzw. Erkrankungen beteiligt sein?

Ja, so soll Zucker zum Beispiel an folgenden Erkrankungen/Symptomatiken noch beteiligt sein können:

  • Candida (und in folge manchmal ebenfalls Hirnprobleme)
  • Übergewicht
  • Diabetes
  • Karies
  • Gefäßerkrankungen [16]
  • Krebs
  • Depression
  • ständige Müdigkeit / Energielosigkeit
  • Magen- und Darmprobleme
  • Fructoseintoleranz (siehe fructosefrei.at)
  • Nervosität
  • Konzentrationsprobleme

Ein zu hoher Zuckerkonsum ist an einer Summe an Zivilisationserkrankungen beteiligt. So z.B. bei Multiple Sklerose [22], Depression, Schizophrenie und mehr. Hier haben wir lediglich die wichtigsten und häufigsten Wirkungen eines hohen Zuckerkonsums zusammengefasst.

Brauchen wir Zucker?

Anders als häufig berichtet wird, brauchen wir keine Kohlenhydrate und daher auch kein Zucker in unserer Ernährung. Der Mensch kann nämlich, anders als es bei manchen Fetten und Eiweißen der Fall ist, Kohlenhydrate selbst bilden. Wenn der Körper keine Kohlenhydrate zur Verfügung hat greift er als Fett als neuen Energieträger zurück (ketogenen Stoffwechsel).

Eine kleine Anzahl an Kohlenhydrate wird aber auch im Fettstoffwechsel benötigt. Diese wiederum kann der Körper aus Aminosäuren bilden.

Kohlenhydrate als Energiequelle

Wenn wir den Körper allerdings ausreichend Kohlenhydrate zuführen, wie es in unseren Breitengraden üblicherweise der Fall ist, so nutzt unser Gehirn als primäre Energiequelle Kohlenhydrate. In dem Fall werden rund 50% der täglichen Kohlenhydrate bzw. rund 140 Gramm von unserem Denkapparat genutzt.

Brauchen wir überhaupt Zucker?

Brauchen wir überhaupt Zucker?

Wenn wir in die menschliche Vergangenheit blicken, so gab es nie eine so hohe Anzahl an Kohlenhydrate in unserer Ernährung. Früchte enthielten weniger Zucker. Fertignahrungsmittel und Softdrinks gab es nicht und Getreide gab es nur in sehr kleine Mengen. Wir können davon aus gehen, dass unser Gehirn lange Zeit gesund ohne Zucker und andere Kohlenhydrate gelebt hat.

Wer unter Problemen mit dem Gehirn leidet könnte sogar von einem kompletten Kohlenhydratverzicht profitieren. Positive Erfahrungen gibt es speziell bei neurologischen Erkrankungen wie Multiple Sklerose und auch Epilepsie. Für die Allgemeinbevölkerung empfiehlt die DGE aber 50 % der täglichen Kalorien aus Kohlenhydrate zu verzehren.

Zusammengefasst:
Der Mensch braucht nicht zwingend Kohlenhydrate und folglich auch nicht zwingend Zucker. Dennoch empfehlen Ernährungsgesellschaften mind. 50% des täglichen Kalorienbedarfs aus Kohlenhydrate zu decken.

Komplexe Kohlenhydrate bevorzugen

Wie bereits erwähnt braucht der Mensch keine Kohlenhydrate und folglich auch kein Zucker aus der Nahrung um gut leben zu können. Wer komplett auf Kohlenhydrate verzichten will kann einer ketogenen Ernährungsweise folgen.

Für den Großteil der Bevölerkunga ist es aber keineswegs notwendig und erst recht nicht sinnvoll auf Kohlenhydrate langfristig und vollständig zu verzichten. Die richtige Quelle ist entscheidend.

So entstehen viele Problematiken, die mit dem Konsum von Kohlenhydrate einhergehen durch einen hohen Blutzuckerspiegel. Hier sind besonders Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index wie Traubenzucker, Weißbrot und Cornflakes als Ursache zu nennen.

Was sind komplexe Kohlenhydrate?

Man unterscheidet verschiedenste Arten von Kohlenhydrate. Die eher guten Kohlenhydrate sind die komplexen. Diese wiederum bestehen aus 3 oder mehr Mehrachzucker bzw. Monosaccharid-Moleküle. Daher Sie bei der Verdauung erst aufgespalten werden müssen, gelangen Sie deutlich langsamer als z.B. Traubenzucker ins Blut. Daher sättigen Sie länger und verursachen keinen so hohen Blutzuckerspiegel.

Gemüse

Gemüse ist eine gesunde Kohlenhydratquelle

Komplexe Kohlenhydrate sind z.B. in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, einigen Nüssen, Kartoffeln und Süßkartoffeln erhalten. Neben diesen Lebensmittel eignen sich auch jegliche Gemüseprodukte als eine gute Kohlenhydratquelle. Auch wenn Gemüse mehrheitlich nur Einfachzucker beinhaltet, so verursachen die meisten Gemüsesorten keinen hohen Blutzuckerspiegel, da die enthaltenen Ballaststoffe die Aufnahme der Einfachzucker reduzieren.

Tierische Produkte eignen sich ebenfalls ideal für eine zuckerreduzierte Ernährung. Sie sind bis auf Milch nahezu komplett frei von Kohlenhydrate.

Ist Obst besser?

Wie auf fructosefrei.at beschrieben wurde unterscheiden sich heutige Obstsorten sehr von früheren Obstsorten. Modernes Obst enthält mehr Zucker, weniger Ballaststoffe, weniger Vitamine und Mineralstoffe sowie Antioxidantien.

Obst ist nicht mehr dasselbe wie es früher einmal war und die Rolle in unserer Ernährung wird aus Sicht vieler Experten überschätzt. Dennoch ist Obst eine gute Alternative zu raffinierten Zucker um unsere süßen Gelüste zu befriedigen, denn es liefert zeitgleich zahlreiche Nährstoffe.

obstacles

Ist Obst besser?

Daher Obst Ballaststoffe enthält (wenn auch weniger als früher), wird die Aufnahme von Zucker verlangsamt und der Anstieg des Blutzuckers geschieht nicht ganz so schnell.

Aufpassen sollten Sie dennoch bei einem Zuviel an Fruchtsäften. Daher die Ballaststoffe entfernt wurden, liefern Fruchtsäfte isolierten und konzentrierten Zucker, der den Blutzucker rasant steigen lässt.

Zucker Alternativen

Wir wissen, dass Zucker für das Gehirn nicht gut ist. Dennoch: Die meisten Menschen die diesen Beitrag gelesen haben, werden letztendlich wahrscheinlich dennoch nicht auf Süßspeisen verzichten wollen. Das muss auch nicht sein! Schließlich gibt es ja Zucker Alternativen.

Besonders empfehlenswert ist die Stevia Pflanze. Diese ist nahezu kalorienfrei und ist bis über 300 mal süßer als gewöhnlicher Haushlastzucker. Das Stevia Pulver ist zum Beispiel im Online-Handel erhältlich. Alternativ bieten zahlreiche Pflanzengeschäfte auch die Stevia-Pflanze direkt zum Kauf an.

Aber nicht jeder mag den Geschmack von Stevia. Weitere Alternativen sind daher zum Beispiel Birkenzucker und Erythritol, welche allerdings bei manchen Menschen zu Nebenwirkungen  führen können.

Vermeiden Sie aber möglichst künstliche Süßungsmittel wie Aspartam, Acesulfam K und Cyclamat.

Fazit: Deshalb ist Zucker nicht gut für das Gehirn

Zucker kann kurzfristig gut für das Gehirn sein und uns Energie geben. Langfristig ist ein übermäßiger Zuckerkonsum aber eines der Hauptursachen für zahlreiche Zivilisationserkrankungen und Gehirnprobleme.

So wird ein übermäßiger Zuckerkonsum zum Beispiel mit Depression, Süchte, Demenz, Gedächtnisprobleme, verminderte Reaktionsgeschwindigkeit, psychischen Problemen, Schlaflosigkeit und sogar einer Verringerung des Hirnvolumens in Verbindung gebracht.

Idealerweise sollte man zuckerhaltige Getränke und Speisen durch gesunde Kohlenhydrate wie sie unter anderem in Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte zu finden sind, ersetzen. Für den süßen Gaumen bieten sich Zuckeralternativen wie Stevia an.

Zucker ist nicht gut für das Gehirn und wenn man nicht bereits „süchtig“ geworden ist, sollte man versuchen seinen Konsum zu reduzieren!

Referenzen
  1. https://academic.oup.com/ajcn/article/102/2/454/4564524
  2. https://www.hindawi.com/journals/ije/2013/701967/
  3. Knüppel, Anika & Shipley, Martin & Llewellyn, Clare & Brunner, Eric. (2017). Sugar intake from sweet food and beverages, common mental disorder and depression: Prospective findings from the Whitehall II study. Scientific Reports. 7. 10.1038/s41598-017-05649-7.
  4. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5532289/
  5. Agrawal, R. and Gomez‐Pinilla, F. (2012), ‘Metabolic syndrome’ in the brain: deficiency in omega‐3 fatty acid exacerbates dysfunctions in insulin receptor signalling and cognition. The Journal of Physiology, 590: 2485-2499. doi:10.1113/jphysiol.2012.230078
  6. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4146395/
  7. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19500683
  8. https://www.sciencedaily.com/releases/2014/11/141118141852.htm
  9. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23803881
  10. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12055324
  11. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17617461
  12. https://link.springer.com/article/10.1007/s00125-017-4541-7
  13. https://www.sciencedaily.com/releases/2011/09/110919163947.htm
  14. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24153444
  15. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24153444
  16. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24493081
  17. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4717325/
  18. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15123503
  19. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5015038/
  20. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26156950
  21. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31035395
  22. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31017025
  23. https://rdcu.be/bBouD
  24. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22946113
  25. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28274718

 


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